© Das Altarfenster unserer Kirche / Foto: Kaminski

Wort

All Eure Sorgen werfet auf Gott, denn er sorgt für Euch.“

Wieder ein Satz aus der Bibel. Dieser stammt aus dem ersten Brief des Petrus. Er schreibt an seine Gemeinde und will den Menschen Mut machen. Die Zeiten damals waren sehr schwierig, nicht nur für die junge Christenheit. Mord, Terror, Krankheiten ohne Heilung, Krieg, Hunger, Unterdrückung, große Not. Wenige hatten viel und viele hatten nichts. Die Zustände damals waren noch schlimmer als heute. 

Natürlich bringt es nicht immer etwas, sich mit anderen zu vergleichen. Manchmal aber schon. Ich dachte ja, dass ich gegen den Coronavirus immun bin. Wirklich! Vielleicht habe ich ernsthaft geglaubt, dass dieses Ding einen Bogen um mich macht, wenn ich das nur laut genug behaupte. Es stimmte nicht. Ich habe das Virus auch bekommen, wie Millionen andere. Ich hatte tagelang Fieber und das das ganze Programm der Erkältungssymptome. Ich war total schlapp und kurzatmig. Insgesamt ging hätte es aber NATÜRLICH schlimmer sein können. Ich konnte mich nämlich in einem warmen Zuhause auskurieren und bekam weiter mein Gehalt. Unsere Tiere habe ich ganz langsam versorgt, aber die Aufgabe hat mir Kraft gegeben. Michaela hat mir die schönsten Dinge als Verpflegung bereitet und ich hatte viel Zeit, mit dem Hund auf dem Schoß auf meinem Sessel zu sitzen. In meinem Handy ploppten immer wieder nette Nachrichten auf und es war kein Problem, für die Gemeinde in dieser Zeit nur digital und am Telefon da zu sein, denn wir haben ein tolles Team, das nicht nur Erntedank Gemeindeleben auch ohne Pastor gestaltete.

Wenn ich abends im Bett lag, dankte ich Gott für mein Leben und ich dachte daran, wie schwer es sein muss, so einen Virus auszuhalten, wenn man in einem Zelt lebt, geflohen vor Not und Gewalt. Ich fragte mich, was Soldaten durchmachen, die an irgendeiner Front ihr Leben riskieren, wofür auch immer.  Ich fragte mich, wie es ihren Familien geht, die sie viel lieber zuhause haben würden. Ich verglich mich selbst mit allen anderen Menschen und stellte fest, dass es den Allermeisten viel schlechter geht, als mir.

Wenn Petrus auch uns schreibt, dass wir unsere Sorgen auf  Gott werfen sollen, weil er für uns sorgt, dann weiß er natürlich genau, wie groß die Sorgen von vielen Menschen sind. Auch Gott weiß, dass es gar nicht so einfach ist, sich ihm anzuvertrauen, wenn man kein Land mehr sieht. Wenn die Angst so groß und die Not so schwer ist, dass einem die Luft zum Atmen fehlt. Ja dann, schreibt Petrus, werft Eure Sorgen trotzdem Gott hin. 

Dass Gott für uns sorgt, muss man glauben können, denn unsere Erfahrungen sind manchmal ganz anders. Menschen werfen ihre Sorgen auf Gott und sie gehen trotzdem nicht weg. 

Der Winter kommt und an vielen Orten ist die Not so groß, dass es zum Verzweifeln ist. Menschen fürchten sich sehr. 

Gott sagt: „Fürchtet Euch nicht!“ Das sagt er nicht nur in der Heiligen Nacht zu den Hirten auf dem Feld, sondern zu jeder und jedem von uns.

Es ist schwer, aber wir wollen es versuchen. Unsere Sorgen auf Gott zu werfen und uns nicht zu fürchten!

Wir wollen an den Orten, an die Gott uns gestellt hat, für andere Menschen hilfreich sein. So sorgt Gott durch uns für Andere und durch Andere für uns!

Euer Pastor Martin Kaminski

Alles Liebe?

„All Eure Dinge lasst in der Liebe geschehen.“

Solche schönen Sätze stehen in der Bibel. Dieser hier im ersten Brief von Paulus an die Menschen in der griechischen Stadt Korinth. Die Korinther sind vielen bekannt durch die umgangssprachliche Bezeichnung eines Menschen, der es mit den Dingen sehr genau nimmt. Die griechische Stadt aus der Antike hat nur indirekt etwas mit dem Ausdruck "Korinthenkacker" zu tun. In Deutschland ist die dunkle Rosine seit dem 15. Jahrhundert auch als "Korinthe" bekannt, weil die gleichnamige Hafenstadt für ihre Ausfuhr damals sehr wichtig war. Hieraus entwickelte sich in der Umgangssprache des 19. Jahrhunderts der derbe Scherzausdruck "Korinthenkacker" für sehr penible und genaue Menschen. Denn man stellte sich vor, dass diese überaus genauen Menschen sogar noch auf der Toilette dermaßen penibel waren, dass sie immer genau gleich große Kötel produzierten - eben wie die stets gleich großen Korinthen. Na? Wusstet Ihr das schon? Ich nicht! Ich habe es im Internet nachgelesen und gestaunt. Nehmt Ihr alle Dinge sehr genau? Bei mir kommt es immer darauf an. Mit Verantwortung und dem Miteinander nehme ich es sehr genau. Mit Regelungen bis ins kleinste Detail eher nicht. Ich sage gerne mal „Schwamm drüber“ und vergesse nicht, wenn jemand freundlich zu mir war. Vermutlich ist es bei Euch auch mal so, mal so und kommt immer darauf an. Und nun sagt Paulus also, wir sollen ALLE DINGE in der Liebe geschehen lassen! Alle? Das ist nicht einfach und klingt sehr romantisch. Welche Liebe meint Paulus eigentlich? Sein Vers ist ein ziemlich beliebter Trauspruch. Er war auch der Trauspruch von Hilke und Carlo Bruch. Den beiden hat man bei ihrer Trauung vor 46 Jahren erklärt, mit diesem Vers sei die Liebe Gottes gemeint und nicht etwa die menschliche Liebe von Eheleuten und anderen Paaren. Ich sehe das ein bisschen anders. Ist nicht jede Liebe für uns Christen IMMER zu einem Teil die Liebe Gottes? Und hat nicht unsere menschliche Liebe IMMER auch etwas mit der Liebe unseres Schöpfers zu tun? Ist das nicht in Jesus besonders deutlich geworden? Dass Gottesliebe und Menschenliebe untrennbar zusammen gehören? Jawohl! So ist es. Zumindest finde ich das.

In genau dieser verbundenen Liebe haben wir uns von Carlo in der Trauerfeier verabschiedet. Er fehlt unserer Gemeinde nun sehr. Wir können ihn nicht ersetzen, aber es wird Nachfolgerinnen und Nachfolger geben. Menschen, die das Päckchen aufheben, das er niedergelegt hat. Bei Hilke zuhause geht das nicht so einfach. Und genauso ist es bei allen, die schon die Erfahrung gemacht haben, dass jemand nicht mehr da ist. Abschied und Trennung ist manchmal sehr schwer. Denn Liebe kann auch richtig weh tun. Nur die Liebe macht ja, dass wir beim Abschied weinen müssen und trauern können und uns fragen, wie es weiter gehen soll. Hinten auf dem Gemeindebrief stehen immer die Namen der Menschen, die wir zu Grabe tragen mussten, ob wir wollen oder nicht. Hanna fehlt nun. Ebenso Heini, Wilma, Carlo, Erika und Johann.  Den sechs Menschen auf der Rückseite des Gemeindebriefes 03/22 werden weitere nachfolgen. Und bei allen werden wir uns beim Abschied liebevoll daran erinnern, wie sie gelebt haben. An das Schöne und das Schwere. Heute können wir uns fragen, wie wir leben. Und ob wir noch mehr „all unsere Dinge in Liebe geschehen lassen können“. Liebe ist ja viel mehr als Romantik. Sie ist ein tragendes Netz. Sie ist manchmal auch ein Aushalten. Sie ist vor allem aber das Licht, aus dem wir kommen und in das wir gehen!

Alles Liebe! 

Nachhause

Neulich bekamen wir eine Nachricht von einer Kirchenvorsteherin. „Ich komme nicht zur Sitzung, weil …“ Wir haben uns alle sehr gefreut! Glaubt Ihr nicht? Stimmt aber. Sie schrieb nämlich weiter: „… weil Johan endlich nachhause kommt!“ Johan mit einem N – Ihr lest richtig. So heißt er auch bei uns, er ist der Johan mit einem N. Und er war ziemlich krank und lange im Krankenhaus, sogar über Weihnachten und dann in der Reha. Und jetzt: Zuhause! Was für eine Freude. Glücklich sind alle, die dieses Gefühl kennen. Nachhause zu kommen, vielleicht sogar nach einer schweren Zeit. Jemanden zuhause empfangen, ihn in die Arme zu schließen. Glücklich sind alle, die so ein Zuhause haben. Und es ist so traurig, wenn Menschen, egal woher sie kommen, ihr Zuhause verlieren oder sogar noch nie ein richtiges Zuhause hatten. 

Manche sagen ja auch zu ihrem Lieblingsmenschen: „Zuhause ist überall da, wo Du bist“, und schauen sich dann ganz tief in die Augen. Je größer die Liebe, desto schwerer ist es, eines Tages loszulassen. Dann flüstern wir: „Bitte jetzt noch nicht.“ Aber eines Tages ist es dann soweit. Und dann? 

Dann ziehen wir um. Und flüstern weiter: „Sei mir ein sicheres Zuhause, wohin ich jederzeit kommen kann!“ Das sagen wir vielleicht zu Gott. Ungefähr so steht es in Psalm 71, einem alten Bibelwort. Ich mag den Gedanken, dass ich mich eines Tages nicht in Luft auflöse, sondern in ein neues Zuhause bei Gott einziehe. Deswegen erzähle ich das auch auf jeder Beerdigung. Mit diesem Gedanken lebt es sich leichter, es ist leichter loszulassen und es stirbt sich auch leichter. Naja, aber bevor wir sterben, genießen wir, wenn möglich, noch unser irdisches Zuhause und vergessen nicht, dankbar dafür zu sein. 

„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen“ (Johannes 6,37)

„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen“, sagt Christus in der Jahreslosung 2022. Und: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid.“ Und: „Lasst die Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht.“ Und, und, und – immer ist die Botschaft: Keiner wird weggeschickt. Keine wird abgewimmelt. Niemand bleibt außen vor.
Zur Zeit erfahren und tun wir selbst überall das Gegenteil: Dichtmachen, Mauern bauen, Brücken abbrechen, Grenzen sichern, Abwehr stärken. 
Was wollen wir eigentlich? Weltweit, aber eben auch in Marcardsmoor, Wiesedermeer und Upschört?
Aufmachen? Mauern abbauen? Brücken bauen?
Klar ...
Aber auch Grenzen öffnen? Da wird es schon schwierig und die Geister scheiden sich. Im persönlichen muss man die Grenzen achten - und auch ein Land hat Grenzen ...
Abwehr vernachlässigen?
Beim Fußball geht das meistens nicht gut. Und im Leben?
Vielleicht müssen wir mehr vertrauen. Etwas zusammen wagen. Einander so sein lassen, wie Gott und geschaffen hat und die eigene Freiheit nie über die Freiheit des anderen stellen. Vielleicht ...
Gott wird uns nicht abweisen. Was machen wir, wenn Gott vor der Tür steht?

Die zwei Säulen

Gedanken zur Jahreslosung 2021 von Pastor Martin Kaminski.
Seid barmherzig, wie auch Euer Vater barmherzig ist. (Evangelium nach Lukas)



Als ich 1987 in der Eröffnungsverantaltung der Ausbildung zum Rettungssanitäter saß, stand ganz zu Beginn der Schulleiter auf. Er sagte: 



Sie werden hier die entscheidenden Techniken zur Erhaltung der menschlichen Vitalfunktionen lernen. Die Grundlage für unsere Tätigkeit lernen Sie hier nicht. Es sind zwei Säulen, auf denen sie ruhen muss: Mitgefühl und Barmherzigkeit.



Heute weiß ich noch nicht einmal, wie der Mann hieß, der das gesagt hat. Aber ich habe nie vergessen, was er damals gesagt. Fast 34 Jahre sind seitdem vergangen. Heute bin ich 53 Jahre alt und wenn ich die Jahreslosung 2021 lese, denke ich immer an die beiden Säulen. An dieses Grundlegende, an das, was unser Tun und Lassen prägen soll und woran sich Christen ausrichten.
Beschämt starre ich auf all die Momente, in denen ich auf keiner der beiden Säulen stand. Dankbar schaue ich auf all die Momente, in denen mir jemand begegnete, der mich an das Grundlegende erinnerte. Vielleicht weil er oder sie Mitgefühl zeigte oder sich barmherzig verhielt. Vielleicht weil es ab und an auch mir gelang, für andere Menschen da zu sein.



Ich habe insgesamt fünf Berufe erlernt und ausgeübt. Und dabei erfahren, dass die beiden Säulen jeden Beruf tragen müssen. Dass Menschen auch ganz ohne Beruf auf ihnen stehen können, mit beiden Beinen sozusagen. Ich habe gelernt, dass es sich lohnt nach Mitgefühl und Barmherzigkeit zu streben und es nicht tragisch ist, wenn man immer wieder aufs neue auf die beiden Säulen klettern muss, weil man daneben getreten ist. Wenn Jesus uns auffordert barmerzig zu sein, wie auch der väterliche und ebenso mütterliche Gott barmherzig ist, dann ist das eine Aufforderung für heute und morgen. Sie ist nicht rückwärts gewandt. 



Tatsächlich steht ja schon fast wieder Ostern vor der Tür. Und ein neuer Frühling folgt dem Winter nach … - dieser Satz stammt ausgerechnet aus dem bei Beerdigungen so beliebten Lied Harre meine Seele. Der Frühling kommt und mit ihm die Hoffnung auf einen neuen Anfang. Wenn wir wieder loslegen, dann wollen wir nicht vergessen, welche beiden Säulen den Neuanfang nach der Pandemie prägen sollen. Mitgefühl und Barmherzigkeit in allem und mit allen.



Und warum? Weil es einfach viel, viel schöner ist!



Martin Kaminski, Jahrgang 1968, Pastor der Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Petri Aurich-Oldendorf. Lebt auf einem Gulfhof mit Familie, Pferden, Eseln, Schafen, Schweinen, Hühnern, Hund und Katze. Liebt das Musizieren, seinen Trecker und war schon Rettungssanitäter, Erzieher, Busfahrer und Diakon.

Herbstgedanken 2020 von Pastor Martin Kaminski

Auf dem Titel unseres aktuellen Gemeindebriefes seht Ihr Alena Köster bei ihrer Taufe. Mit diesem großartigen Bild hat sie es bis in die Zeitung geschafft. Solch eine Aufnahme ist etwas ganz Besonderes und gelingt natürlich nur, wenn man das Fotografieren in der Kirche zulässt. Das war und ist umstritten. Manche meinen, der besondere Moment würde durch das Fotografieren gestört. Christian Chilla hat dieses Bild so dezent aufgenommen, dass wir gar nicht bemerkt haben, dass er fotografiert. Fingerspitzengefühl, gute Technik und der Blick für das Wesentliche. Alles vereint auf diesem Bild. 

In den letzten drei Jahren habe ich in der Kreuzkirche viele besondere Momente erlebt. Die meisten waren einfach sonntags, wenn wir mit mal mehr und mal weniger Menschen zusammen Gottesdienst gefeiert haben. Mir hat das immer Mut gemacht und ich bin gerne in unserer Kirche gewesen, vor allem auch dann, wenn Grete, Johann, Manuela, Friedel oder Anita den Gottesdienst geleitet haben. Manchmal war ich traurig, dass nur wenige Menschen den Gottesdienst genauso mögen wie ich. Die allermeisten von Euch bleiben sonntags lieber zuhause. Manche sind natürlich auch zu alt oder zu krank um zu kommen oder beruflich verhindert. Die überwältigende Mehrheit macht sonntags aber lieber etwas anderes. Ich nicht. Und ein paar andere auch nicht. Für vielleicht 20 Menschen in unserer Gemeinde ist der Gang zur Kirche das Größte am Sonntag. Eine sehr kleine Schar. So etwa 200 kommen ab und zu. Über 1000 kommen fast nie. Oder sogar NIE.

Viele fühlen sich der Gemeinde durch andere Dinge verbunden. Musik, Kreise oder auch die Angebote im Radio oder Internet. Der normale Gottesdienst ist vom Aussterben bedroht. Das ist die Wahrheit. Wir haben uns in den letzten Jahren wirklich viel Mühe gegeben. Ohne wesentlichen Erfolg. „Das ist nun einmal so“, sagen die Einheimischen. Oder „Die Marcardsmoorer waren noch nie große Kirchgänger.“

Ich möchte mich damit ehrlich gesagt nicht abfinden. Und ich habe wirklich versucht, Euch für diese ganz besondere Form von Gemeinschaft zu gewinnen. Andere Dinge sind Euch wichtiger. Das verstehen wir als Verantwortliche natürlich. Bei besonderen Anlässen kommen ja auch sehr viele. Taufen, Trauungen, aber auch Trauerfeiern. Frühstücksgottesdienste, Musicals, Weihachten, Drachenbootrennen. Das ist natürlich auch alles „echte“ Kirche. 

Um „echte“ Kirche zu bleiben, müssen wir uns alle gemeinsam etwas mehr einbringen. Ein halber Pastor ist zu wenig, um eine Gemeinde zu bauen und zu erhalten. In diesem Gemeindebrief stellen wir vor, wie es weitergeht und wer dafür die Verantwortung trägt. IHR tragt aber auch Verantwortung. Gemeinde ist kein Verein, aus dem man nach Belieben ein– und austritt. Gemeinde ist die durch Gott gestiftete Gemeinschaft von Geschwistern, die füreinander da sein wollen und Gott in ihrer Mitte wissen. 

Aus den beiden großen Kirchen sind 2019 eine halbe Million Menschen ausgetreten. In unserer Gemeinde hatten wir 2019 nur zwei Austritte. Das spricht für uns alle!

„Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's euch auch wohl.

Das ist der Monatsspruch für den Oktober aus dem Propheten Jeremia. Suchen wir das Beste für die Dörfer und unsere Gemeinde. Das ist eine klare Ansage. Ab dem 01. Oktober gehöre ich zum Kreis der Ehrenamtlichen in der Kirchengemeinde Marcardsmoor. UND DU?

Radioandacht von Martin Kaminski 27.03.2020

Radioandacht von Martin Kaminski 26.03.2020

Radioandacht von Martin Kaminski 25.03.2020

Radioandacht von Martin Kaminski 24.03.2020

Radioandacht von Martin Kaminski 23.03.2020

Frühlingsandacht 2020

„Jesus Christus spricht: Wachet!“

Das ist der Monatsspruch für den März aus dem Markus-Evangelium. In den letzten Wochen habe ich mich einige Male mit Leuten angelegt, die meiner Ansicht nach auf dem Holzweg waren. Das war nicht sehr schön. Ich möchte aber widersprechen, wenn Leute zum Beispiel im Internet etwas schreiben, dass unnötig Ängste schürt und Vertrauen zerstört. Ich glaube tatsächlich, dass wir in vielerlei Hinsicht wachsam sein müssen.  Wir müssen unsere Gemeinschaft offen für alle halten und gleichzeitig vor Zerstörung schützen. Wir müssen Fremde aufnehmen und beherbergen und ihnen manchmal auch Grenzen setzen. Wir müssen immer den Einzelnen im Blick haben und nicht pauschal auf alle schließen. Ein Muslim, der seinen Glauben friedlich lebt, niemanden unterdrückt und bei uns leben möchte, darf uns willkommen sein. 

Weil Jesus sagt „Fürchtet Euch nicht“, können wir auch weiter darauf vertrauen, dass wir in Freiheit unseren Glauben leben können. Weil es Muslime gibt, die uns zum Islam bekehren wollen, heißt das nicht gleich, dass ganz Deutschland islamisiert wird. Manchen Muslimen in Deutschland ist ihr Glaube  genauso fremd, wie manchen Menschen, die noch in der Kirche sind, der christliche Glaube. So habe ich es zumindest auf einer intensiven Fortbildung zum Dialog der Religionen gelernt.

 Seien wir also auch wachsam, damit unser Glaube nicht verloren geht. Reden wir mit unseren Kindern über Glaube und Zweifel an Gott. Natürlich muss man dazu nicht in die Kirche gehen, man kann es aber. 

Ostern ist UNSER Fest. Die Kirche wird vermutlich sowohl an Karfreitag, als auch am Ostersonntag wieder ziemlich leer sein. Warum ist das wohl so? Viele sind in Urlaub. Manchen ist die Geschichte fremd. Ostersonntag kann man schön frühstücken … - und so weiter. Vielleicht ist es auch einfach zu langweilig, was wir zu sagen und zu singen haben. Dabei ist die Geschichte eigentlich ziemlich aufregend. Immerhin wird nicht weniger besiegt, als eine der größten Ängste des Menschen: Der Tod.

Ich werde Karfreitag und Ostersonntag, so Gott will und wir leben, in der Kirche sein. Nicht weil es mein Beruf ist, sondern weil ich mich über dieses Fest von Herzen freue. Am Ostersonntag erzählen wir abends noch einmal in moderner Form die Ostergeschichte. Ich freue mich aber auch sehr auf den Vormittag und auf die Entzündung der neuen Osterkerze. Macht doch mit. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns Ostern in der Kirche sehen. Gott selbst lädt uns ein. Und wenn Ihr nicht könnt oder wollt, dann lasst Euch schon heute sagen: Der Herr ist auferstanden!

Winterandacht 2019/2020

Auf dem Titel unseres aktuellen Gemeindebriefes seht Ihr Meinhard Ottens Rinder. Sie lassen es sich auf dem Land von Familie Hüls hinter unserer Kapelle im Herbst 2019 gut gehen. Was für ein schöner Moment, eingefangen von der Handykamera meiner Tochter Mona. Man kann über Smartphones ja sagen, was man will … aber solch einen Augenblick hätte man früher eben nicht mal eben einfangen und mit anderen teilen können. Es gäbe auch keinen Whatsapp-Adventskalender, keine digitalen Infogruppen, kein Kirchenradio und manches mehr ohne die moderne Technik. Natürlich ist es auch gut, das „Ding“ öfter mal WEG zu legen. Ist das Leben eigentlich durch die Technik unverbindlicher als früher, individueller und an manchen Stellen hektischer? Oder ist das nur Einbildung? Durch die viele Technik müssten wir doch „eigentlich“ heutzutage viel mehr Zeit haben ...

Diesmal bekommen wir es hin, liebe Geschwister! In diesem Advent und in den ersten Wochen des neuen Jahres werden wir mehr Zeit füreinander haben und mehr Zeit für uns selbst. Wir werden in Ruhe singen, beten, Kerzen anzünden und träumen, über den Marcardsmoorer Lüchtermarkt bummeln, am ersten Advent gemütlich den Gottesdienst in der Kirche  oder im Radio hören … - wir werden keinen Stress mit Geschenken haben, die Weihnachtsbäume bewundern und an den Feiertagen wird es kaum Streit geben, weil niemand Unmögliches von sich selbst oder anderen erwartet. Alles wird beschaulicher sein, friedlicher, liebevoller und freundlicher als jemals zuvor!

Glaubt Ihr nicht?

„Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“ (Markus 9, 24)

Das ist die Jahreslosung für 2020! Natürlich können wir daran zweifeln, dass es so wird. Aber wir können diesem Advent auch einen Vertrauensvorschuss geben und für möglich halten, dass nach Weihnachten ein fantastischer Jahreswechsel kommt, bei dem wir sogar mit unseren Krankheiten und Sorgen besser zurecht kommen als 2019. Es ist nämlich möglich und in der Jahreslosung geht es genau um diese Perspektive des Möglichen.  In der biblischen Geschichte, aus der dieser Vers stammt, geht es um Heilung. Lest es ruhig mal nach—auch das kann man heute unter bibelserver.com im Internet erledigen. Jesus sagt sogar, dass alle Dinge MÖGLICH sind dem, der da glaubt. Das bedeutet übrigens NICHT, dass sie auch genau so passieren müssen, wie wir es uns vorstellen. Eine Möglichkeit ist eine Perspektive, ein Ziel, eine Chance, ein Traum … - keine umfassende Garantie als Rundum-Sorglos-Paket. 

Halten wir es also für möglich, dass die Dinge sich bessern. Geben wir der Hoffnung eine Chance. Jesus Christus hat uns eine Perspektive für sonnige und finstere Zeiten gegeben. Wir müssen noch nicht einmal Angst vor dem Tod haben. Oft schaffen wir es, daran zu glauben. Und wenn uns die Sorgen den Atem rauben, möge Gott unserem Unglauben helfen und Vertrauen in unser Herz legen. Übrigens: In den letzten Wochen hatten manche von uns sehr schwere Zeiten. Ich war aber auch gerührt, wie viele Menschen einander geholfen haben!

Eine gesegnete Zeit wünscht

Euer Pastor Martin