© Das Altarfenster unserer Kirche / Foto: Kaminski
© Unser Kanzelfenster: Der Auferstandene - Foto: Kaminski

Ev.-luth. Kreuzkirchengemeinde Marcardsmoor

Wort

Herbstgedanken 2020 von Pastor Martin Kaminski

Auf dem Titel unseres aktuellen Gemeindebriefes seht Ihr Alena Köster bei ihrer Taufe. Mit diesem großartigen Bild hat sie es bis in die Zeitung geschafft. Solch eine Aufnahme ist etwas ganz Besonderes und gelingt natürlich nur, wenn man das Fotografieren in der Kirche zulässt. Das war und ist umstritten. Manche meinen, der besondere Moment würde durch das Fotografieren gestört. Christian Chilla hat dieses Bild so dezent aufgenommen, dass wir gar nicht bemerkt haben, dass er fotografiert. Fingerspitzengefühl, gute Technik und der Blick für das Wesentliche. Alles vereint auf diesem Bild. 

In den letzten drei Jahren habe ich in der Kreuzkirche viele besondere Momente erlebt. Die meisten waren einfach sonntags, wenn wir mit mal mehr und mal weniger Menschen zusammen Gottesdienst gefeiert haben. Mir hat das immer Mut gemacht und ich bin gerne in unserer Kirche gewesen, vor allem auch dann, wenn Grete, Johann, Manuela, Friedel oder Anita den Gottesdienst geleitet haben. Manchmal war ich traurig, dass nur wenige Menschen den Gottesdienst genauso mögen wie ich. Die allermeisten von Euch bleiben sonntags lieber zuhause. Manche sind natürlich auch zu alt oder zu krank um zu kommen oder beruflich verhindert. Die überwältigende Mehrheit macht sonntags aber lieber etwas anderes. Ich nicht. Und ein paar andere auch nicht. Für vielleicht 20 Menschen in unserer Gemeinde ist der Gang zur Kirche das Größte am Sonntag. Eine sehr kleine Schar. So etwa 200 kommen ab und zu. Über 1000 kommen fast nie. Oder sogar NIE.

Viele fühlen sich der Gemeinde durch andere Dinge verbunden. Musik, Kreise oder auch die Angebote im Radio oder Internet. Der normale Gottesdienst ist vom Aussterben bedroht. Das ist die Wahrheit. Wir haben uns in den letzten Jahren wirklich viel Mühe gegeben. Ohne wesentlichen Erfolg. „Das ist nun einmal so“, sagen die Einheimischen. Oder „Die Marcardsmoorer waren noch nie große Kirchgänger.“

Ich möchte mich damit ehrlich gesagt nicht abfinden. Und ich habe wirklich versucht, Euch für diese ganz besondere Form von Gemeinschaft zu gewinnen. Andere Dinge sind Euch wichtiger. Das verstehen wir als Verantwortliche natürlich. Bei besonderen Anlässen kommen ja auch sehr viele. Taufen, Trauungen, aber auch Trauerfeiern. Frühstücksgottesdienste, Musicals, Weihachten, Drachenbootrennen. Das ist natürlich auch alles „echte“ Kirche. 

Um „echte“ Kirche zu bleiben, müssen wir uns alle gemeinsam etwas mehr einbringen. Ein halber Pastor ist zu wenig, um eine Gemeinde zu bauen und zu erhalten. In diesem Gemeindebrief stellen wir vor, wie es weitergeht und wer dafür die Verantwortung trägt. IHR tragt aber auch Verantwortung. Gemeinde ist kein Verein, aus dem man nach Belieben ein– und austritt. Gemeinde ist die durch Gott gestiftete Gemeinschaft von Geschwistern, die füreinander da sein wollen und Gott in ihrer Mitte wissen. 

Aus den beiden großen Kirchen sind 2019 eine halbe Million Menschen ausgetreten. In unserer Gemeinde hatten wir 2019 nur zwei Austritte. Das spricht für uns alle!

„Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's euch auch wohl.

Das ist der Monatsspruch für den Oktober aus dem Propheten Jeremia. Suchen wir das Beste für die Dörfer und unsere Gemeinde. Das ist eine klare Ansage. Ab dem 01. Oktober gehöre ich zum Kreis der Ehrenamtlichen in der Kirchengemeinde Marcardsmoor. UND DU?

Radioandacht von Martin Kaminski 27.03.2020

Radioandacht von Martin Kaminski 26.03.2020

Radioandacht von Martin Kaminski 25.03.2020

Radioandacht von Martin Kaminski 24.03.2020

Radioandacht von Martin Kaminski 23.03.2020

Frühlingsandacht 2020

„Jesus Christus spricht: Wachet!“

Das ist der Monatsspruch für den März aus dem Markus-Evangelium. In den letzten Wochen habe ich mich einige Male mit Leuten angelegt, die meiner Ansicht nach auf dem Holzweg waren. Das war nicht sehr schön. Ich möchte aber widersprechen, wenn Leute zum Beispiel im Internet etwas schreiben, dass unnötig Ängste schürt und Vertrauen zerstört. Ich glaube tatsächlich, dass wir in vielerlei Hinsicht wachsam sein müssen.  Wir müssen unsere Gemeinschaft offen für alle halten und gleichzeitig vor Zerstörung schützen. Wir müssen Fremde aufnehmen und beherbergen und ihnen manchmal auch Grenzen setzen. Wir müssen immer den Einzelnen im Blick haben und nicht pauschal auf alle schließen. Ein Muslim, der seinen Glauben friedlich lebt, niemanden unterdrückt und bei uns leben möchte, darf uns willkommen sein. 

Weil Jesus sagt „Fürchtet Euch nicht“, können wir auch weiter darauf vertrauen, dass wir in Freiheit unseren Glauben leben können. Weil es Muslime gibt, die uns zum Islam bekehren wollen, heißt das nicht gleich, dass ganz Deutschland islamisiert wird. Manchen Muslimen in Deutschland ist ihr Glaube  genauso fremd, wie manchen Menschen, die noch in der Kirche sind, der christliche Glaube. So habe ich es zumindest auf einer intensiven Fortbildung zum Dialog der Religionen gelernt.

 Seien wir also auch wachsam, damit unser Glaube nicht verloren geht. Reden wir mit unseren Kindern über Glaube und Zweifel an Gott. Natürlich muss man dazu nicht in die Kirche gehen, man kann es aber. 

Ostern ist UNSER Fest. Die Kirche wird vermutlich sowohl an Karfreitag, als auch am Ostersonntag wieder ziemlich leer sein. Warum ist das wohl so? Viele sind in Urlaub. Manchen ist die Geschichte fremd. Ostersonntag kann man schön frühstücken … - und so weiter. Vielleicht ist es auch einfach zu langweilig, was wir zu sagen und zu singen haben. Dabei ist die Geschichte eigentlich ziemlich aufregend. Immerhin wird nicht weniger besiegt, als eine der größten Ängste des Menschen: Der Tod.

Ich werde Karfreitag und Ostersonntag, so Gott will und wir leben, in der Kirche sein. Nicht weil es mein Beruf ist, sondern weil ich mich über dieses Fest von Herzen freue. Am Ostersonntag erzählen wir abends noch einmal in moderner Form die Ostergeschichte. Ich freue mich aber auch sehr auf den Vormittag und auf die Entzündung der neuen Osterkerze. Macht doch mit. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns Ostern in der Kirche sehen. Gott selbst lädt uns ein. Und wenn Ihr nicht könnt oder wollt, dann lasst Euch schon heute sagen: Der Herr ist auferstanden!

Winterandacht 2019/2020

Auf dem Titel unseres aktuellen Gemeindebriefes seht Ihr Meinhard Ottens Rinder. Sie lassen es sich auf dem Land von Familie Hüls hinter unserer Kapelle im Herbst 2019 gut gehen. Was für ein schöner Moment, eingefangen von der Handykamera meiner Tochter Mona. Man kann über Smartphones ja sagen, was man will … aber solch einen Augenblick hätte man früher eben nicht mal eben einfangen und mit anderen teilen können. Es gäbe auch keinen Whatsapp-Adventskalender, keine digitalen Infogruppen, kein Kirchenradio und manches mehr ohne die moderne Technik. Natürlich ist es auch gut, das „Ding“ öfter mal WEG zu legen. Ist das Leben eigentlich durch die Technik unverbindlicher als früher, individueller und an manchen Stellen hektischer? Oder ist das nur Einbildung? Durch die viele Technik müssten wir doch „eigentlich“ heutzutage viel mehr Zeit haben ...

Diesmal bekommen wir es hin, liebe Geschwister! In diesem Advent und in den ersten Wochen des neuen Jahres werden wir mehr Zeit füreinander haben und mehr Zeit für uns selbst. Wir werden in Ruhe singen, beten, Kerzen anzünden und träumen, über den Marcardsmoorer Lüchtermarkt bummeln, am ersten Advent gemütlich den Gottesdienst in der Kirche  oder im Radio hören … - wir werden keinen Stress mit Geschenken haben, die Weihnachtsbäume bewundern und an den Feiertagen wird es kaum Streit geben, weil niemand Unmögliches von sich selbst oder anderen erwartet. Alles wird beschaulicher sein, friedlicher, liebevoller und freundlicher als jemals zuvor!

Glaubt Ihr nicht?

„Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“ (Markus 9, 24)

Das ist die Jahreslosung für 2020! Natürlich können wir daran zweifeln, dass es so wird. Aber wir können diesem Advent auch einen Vertrauensvorschuss geben und für möglich halten, dass nach Weihnachten ein fantastischer Jahreswechsel kommt, bei dem wir sogar mit unseren Krankheiten und Sorgen besser zurecht kommen als 2019. Es ist nämlich möglich und in der Jahreslosung geht es genau um diese Perspektive des Möglichen.  In der biblischen Geschichte, aus der dieser Vers stammt, geht es um Heilung. Lest es ruhig mal nach—auch das kann man heute unter bibelserver.com im Internet erledigen. Jesus sagt sogar, dass alle Dinge MÖGLICH sind dem, der da glaubt. Das bedeutet übrigens NICHT, dass sie auch genau so passieren müssen, wie wir es uns vorstellen. Eine Möglichkeit ist eine Perspektive, ein Ziel, eine Chance, ein Traum … - keine umfassende Garantie als Rundum-Sorglos-Paket. 

Halten wir es also für möglich, dass die Dinge sich bessern. Geben wir der Hoffnung eine Chance. Jesus Christus hat uns eine Perspektive für sonnige und finstere Zeiten gegeben. Wir müssen noch nicht einmal Angst vor dem Tod haben. Oft schaffen wir es, daran zu glauben. Und wenn uns die Sorgen den Atem rauben, möge Gott unserem Unglauben helfen und Vertrauen in unser Herz legen. Übrigens: In den letzten Wochen hatten manche von uns sehr schwere Zeiten. Ich war aber auch gerührt, wie viele Menschen einander geholfen haben!

Eine gesegnete Zeit wünscht

Euer Pastor Martin